Bocholt/Bonn: Innerhalb weniger Stunden sind gestern auf dem Betriebsgelände der Backfabrik Sinnack in Bocholt wieder Dutzende Lach- und Silbermöwen von Jägern getötet worden. Vogelschützer, die die Jagd mit einer Videokamera dokumentiert haben, sprechen von einem regelrechten Massaker, bei dem die Schützen offenbar auch gegen Vorschriften des Landesjagdgesetzes verstoßen hätten.
„Viele Tiere wurden lediglich angeschossen und flatterten minutenlang schwerverletzt auf dem Boden herum. Anschließend wurden sie von den Jägern mit langen Knüppeln erschlagen.“ berichtet Alexander Heyd, der für das Komitee gegen den Vogelmord vor Ort war. Die Kadaver der frisch erlegten Tiere hätten die Jäger zum Teil mit den Füßen vor sich her getreten, um sie als tote Lockvögel vor der Großbäckerei zu verteilen. Als Grund für die Abschüsse führt die Sinnack GmbH in einem Brief eine angebliche „Möwenplage auf unserem Betriebsgelände“ an. Vogelschützer Heyd hat kein Verständnis für diese brutale Art der „Schädlingsbekämpfung“, er hält das Problem für hausgemacht: „Vor der Fabrik werden riesige Mengen Backabfälle in offenen Containern gelagert, das lockt natürlich Vögel an. Offensichtlich will man keine geschlossenen Behälter anschaffen und schießt stattdessen lieber die angelockten Tiere“, so Heyd.Nachtrag am 3.Dezember 2006:
Aktuelle Informationen zur Kampagne gegen die Möwenjagd und Screenshots, die die Jäger beim Töten der Möwen zeigen, sind auf der Homepage des Komitees gegen den Vogelmord zu finden.
Zu den Fotos von der Möwenjagd geht es HIER [1]
einen aktuellen Artikel über die Möwenjagd bei Sinnack finden Sie auf den Seiten des Bocholt-Borkener-Volksblattes [2]
Links in diesem Text:
[1]http://www.komitee.de/index.php?gabbiani
[2]http://www.bbv-net.de/public/article/regional/berichte/bocholt/379856
Autor: Axel Hirschfeld -- 5.12.2006 16:11:57