Düsseldorf/Köln Wie Ermittlungen des Zollfahndungsamts Essen – Dienstsitz Köln - ergaben, versuchte ein niederländischer Großhändler im April über den Flughafen Düsseldorf eine Luftfrachtsendung aus Kenia mit 800 kg artgeschützen Korallen abfertigen zu lassen. Doch aufmerksame Zöllner vom Zollamt Flug-hafen machten ihm einen Strich durch die Rechnung, sie entdeckten bei einer Überprüfung anstatt der von ihm angemeldeten 30 Kartons „Aquariensteine“ lebende und einfuhrverbotenen Steinkorallen.
Bei den Ermittlungen im In- und Ausland stellten die Zollfahnder fest, dass der niederländische Importeur über keinerlei Einfuhrgenehmigung verfügte und dass er darüber hinaus mindestens 6 gleichartige Einfuhren in diesem Jahr über Deutschland abgewickelt hatte. Da die illegale Einfuhr der Steinkorallen eine Straftat darstellt, leiteten die Fahnder ein Strafverfahren gegen den Niederländer ein. Als dem Beschuldigten die Beschlagnahme seiner angeblichen Aquariensteine mitgeteilt wurde, beschwerte er sich mit der Begründung, er habe bewusst den Umweg über Deutschland gewählt, weil er wegen "artenschutzrechtlicher Probleme" die Steinkorallen in Holland nicht mehr abfertigen lassen könne. Die sichergestellten Korallen wurden unverzüglich in ein Seewasseraquarium nach Norddeutschland verbracht. Dort fanden Meeresbiologen in den Korallen unzählige kleine Krabben, Schnecken, Muscheln, Seesterne sowie Fischgelege. Außerdem entdeckten sie eine kleine Muräne, womit fest steht, dass die Korallen in Afrika direkt dem Meer entnommen und zum Versand verpackt wurden. Ein Teil der Meerestiere haben überlebt und nach Angaben des Instituts "schwimmt und frisst die Muräne schon wieder". Nach derzeitigem Ermittlungsstand hat der Beschuldigte mehr als 3 Tonnen Steinkorallen illegal eingeführt und mit unterfakturierten Rechnungen durch den Zoll gebracht.Die Ermittlungen dauern an. Dies ist der größte Schmuggel von Korallen, der in NRW aufgedeckt werden könnte.
31.1.2005 14:00:13
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