Damit ein Hauch von Exotik auch durch deutsche Wohnstuben weht, sind weltweit Tierfänger unterwegs, um Nachschub für Tierimporteure in der EU zu besorgen. Der Handel mit sogenannten „Ziervögeln“ ist dabei besonders lukrativ. Vorsichtige Schätzungen gehen von jährlich mehr als 10 Millionen Wildvögeln aus, die weltweit für Händler, Sammler und Zoos gefangen werden. Hauptumschlagplatz: die Europäische Union.
Die Folgen des Millionengeschäfts reichen in den Herkunftsländern der Tiere von der Zerstörung bestehender Populationsstrukturen bis hin zur Ausrottung ganzer Arten. Um die schleichende Ausrottung gefiederter Exoten durch europäische Auftraggeber endlich zu stoppen, fordert das Komitee zusammen mit dem renommierten World Parrot-Trust, dem Jane Goddall-Institut und anderen Verbänden von der EU-Kommission einen Importstopp für wildgefangene Vögel. Die in einer mehrseitigen Petition an die EU gerichteten Forderungen der „EU-Wildvogelerklärung“ werden mittlerweile von einer globalen Allianz von mehr als 220 Organisationen unterstützt.

Die Papageien verfügen über mehr global bedrohte Arten als jede andere Vogelfamilie. Die "Rote Liste" enthält 94 Papageien-Arten, die momentan als verwundbar, gefährdet oder ernsthaft vom Aussterben bedroht eingestuft werden. Bei den meisten Papageienarten führt der Fang für den Heimtierhandel zu dramatischen Bestandseinbrüchen. Zahlreiche neue Studien aus den Tropen zeigten, daß vor allem Bestellungen aus Europa die entscheidende Triebfeder für diesen Handel sind. Beispiele wie der kürzlich in freier Wildbahn ausgestorbene Spix-Ara oder das traurige Schicksal vieler asiatischer Kakaduarten belegen auf dramatische Weise, welch traurige Rolle der unselektive Massenfang beim Niedergang dieser wunderschönen Tiere spielt. Bestehende Kontrollinstrumente wie das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) sind nur teilweise durchsetzbar und versagen konsequent, wenn es um den Schutz bedrohter Arten in den Herkunftsländern geht. CITES Aufzeichnungen legen nahe, daß die Gesetze nicht auf aktuellen wissenschaftlichen Daten basieren, einfach zu umgehen sind, nur teilweise durchgesetzt werden, Zuwiderhandlungen allgemein toleriert und Sanktionen nur selten verhängt werden.
Arten schützen, Importe von Wildfängen verbieten!
Unser Standpunkt lautet, daß die einzig wirksame und durchsetzbare Lösung dieses Problems die sofortige Beendigung des Imports von Wildfängen in die Europäische Union ist. Alle Vögel, die an einem beliebigen Einfuhr-Hafen der EU ankommen, müssten als Wildfänge eingestuft und beschlagnahmt werden, außer sie sind mit Dokumenten (genetischen Aufzeichnungen) und Markierungen (bruchsicheren Ringen) ausgestattet, die klar demonstrieren, daß jedes Individuum in einer überprüften Einrichtung nachgezüchtet worden ist.
Wie Sie helfen können
Eine der stärksten Botschaften, die wir nach Brüssel senden können, ist die, daß es Tausende von Menschen in Europa gibt, die diese inakzeptable Ausbeutung natürlicher Resourcen ablehnen. Die EU ist inzwischen zum weltgrößten Importeur wildgefangener Vögel geworden. Obwohl bereits viele Arten durch Fang und Handel bedroht sind, erlaubt und fördert die bestehende Gesetzgebung das Millionengeschäft mit importierten Wildvögeln. Das Komitee setzt sich mit allen seinen Möglichkeiten dafür ein, daß die grausamen Importe endlich gestoppt werden. Helfen Sie uns dabei!
· Protestieren Sie bei der EU-Kommission gegen die rücksichtslosen Importe
· Fordern Sie den für Ihren Wohnort zuständigen Europaabgeordneten auf, sich für eine Beendigung von Wildvogelimporten in die EU einzusetzen
· Unterstützen Sie unsere Petition im Internet. Unter der Adresse www.worldparrottrust.org/trade/tradegerman.htm können Sie online unterschreiben
31.3.2005 14:06:59
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