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Protestaktion gegen den stummen Frühling (02.03.2005)

Jedes Jahr wiederholt sich das beeindruckende Schauspiel des Vogelzug es. Millionen von Singvögeln machen sich auf den Weg vom afrikanischen Winterquartier in unsere Wälder, Parks und Gärten. Auf halber Strecke zwischen Sizilien und Tunesien gelegen, gehören die maltesischen Inseln zu den wichtigsten Rastplätzen der europäischen Zugvogelwelt. Im Frühling rasten hier Greifvögel, Kiebitze und Reiher ebenso wie Pirole, Nachtigallen, Drosseln und zahlreiche Finkenarten. Vor allem bei schlechtem Wetter ist die Insel die einzige Möglichkeit für die Zugvögel, auf ihrem langen Rückflug einen Zwischenstop einzulegen.Doch was einst eine sichere Zuflucht war, ist längst zu einer tödlichen Falle geworden.

Vogelarten, die bei uns auf den Roten Listen geführt werden, sind auf Malta beliebte Jagdbeute. Die Bonner Organisation „Komitee gegen den Vogelmord“ geht von bis zu einer Million Zugvögeln aus, die jedes Jahr auf Malta mit Netzen, Schlagfallen und Gewehren vom Himmel geholt werden. Auf der rund 315 Quadratkilometer großen Inselrepublik gibt es offiziell knapp 13.000 Jäger und Vogelfänger, mehr als in keiner anderen Region Europas. „Hundert Schüsse in fünf Minuten sind völlig normal, insbesondere wenn Schwärme durchziehen“, erklärt der Biologe Axel Hirschfeld, der seit 1998 für das Komitee vor Ort gegen den Vogelmord kämpft. Gemeinsam mit der maltesischen Umweltpolizei und ehrenamtlichen Vogelschützern aus Deutschland und Malta werden bei den Aktionen des Komitees im Frühling Fallen und Netze von Wilderern zerstört und illegale Abschüsse mit Videokameras dokumentiert. Darüber hinaus soll ab April 2005 eine ehemalige Rundfunkstation der Deutschen Welle im Nordosten der Insel zu einem Krankenhaus für angeschossene Zugvögel umgebaut werden. Hirschfeld: „. Da wird auf alles gezielt, was Federn hat. EU-Richtlinien zum Schutz der Vögel werden dreist missachtet.“

Damit auch endlich die Politik etwas gegen die unkontrollierte Wilderei unternimmt, haben europäische Natur- und Vogelschutzverbände auf Initiative des Komitees gegen den Vogelmord nun die größte Protestaktion ihrer Geschichte gestartet. Unter dem Motto „Zugvögel kennen keine Grenzen“ sollen im Sommer 2005 mehr als 500.000 Unterschriften gegen die Vogeljagd an Vertreter der EU-Kommission sowie der maltesischen Regierung übergeben werden. „Die stärkste Botschaft, die wir nach Brüssel und Valetta senden können ist die, dass es hunderttausende Menschen in Europa gibt, die den Abschuss unseres gemeinsamen Naturerbes nicht länger hinnehmen wollen“, so Hirschfeld. Damit bis zum Sommer die „magische“ Grenze von einer halben Million Unterschriften erreicht wird, bitten die Naturschützer unsere Leser um Unterstützung. Unterschriftenlisten und Informations-material über die Vogeljagd auf Malta können kostenlos beim Komitee gegen den Vogelmord e.V., Auf dem Dransdorfer Berg 98, 53121 Bonn 0228 / 66 55 21 angefordert werden.

2.3.2005 13:12:34



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