Valetta. Weil sie illegal auf durchziehende Schwäne geschossen haben, müssen zwei maltesische Jäger für mehr als ein halbes Jahr ins Gefängnis. Wie das Komitee gegen den Vogelmord heute mitteilte, wurden die beiden 42 und 33 Jahre alten Brüder gestern von einem Gericht in Maltas Hauptstadt La Valetta zu Freiheitsstrafen von einem halben Jahr bzw. 3 Monaten ohne Bewährung verurteilt.
Aufgrund einer früheren Verurteilung, deren Strafe damals zur Bewährung ausgesetzt worden wurde, muß der Jüngere Bruder nun für insgesamt 21 Monate ins Gefängnis. Das Gericht sah es als erwiesen an, daß die beiden Beschuldigten im Bereich der St. Thomas Bay von einem Schnellboot aus, ohne Jagdlizenz, außerhalb der Jagdsaison und dazu noch in einer absoluten Jagdverbotszone geschützte Schwäne erlegt hatten. „Das Urteil zeigt, daß das Problem der Wilderei in Malta zunehmend ernster genommen wird.“, freut sich Komiteesprecher Axel Hirschfeld über den Richterspruch. Gleichzeitig kritisierten die Vogelschützer, daß auf Malta nach wie vor zahlreiche Zugvögel wie Stieglitze, Kiebitze oder Goldregenpfeifer ganz legal geschossen oder gefangen werden dürfen. Allein in der laufenden Herbstsaison werden nach Angaben des Komitees von den rund 13.000 Jägern und Vogelfängern auf Malta täglich mehrere Tausend Tiere vom Himmel geholt. Aufgrund der extrem langen Jagdzeit, die den Fang und Abschuß von September bis Mai gestattet, würden so pro Jahr bis zu einer Million Zugvögel erlegt.
18.10.2004 11:17:44
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