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Das Anti-Wilderer-Tagebuch: Bericht aus dem Vogelschutzcamp in Norditalien (17.10.2006 - Vogelschutz/Zugvögel )

Von Mitte September bis Mitte Dezember berichtet das Komitee gegen den Vogelmord an dieser Stelle wieder von den großen Zugvogelschutzcamps im norditalienischen Brescia und seinen Einsätzen auf Sardinien.
Zwischen dem 30.09. bis 19.11.2006 - der Kernzeit unserer Aktionen - wird jeden Abend zwischen 19 und 22 Uhr in einem tagesaktuellen Kurzbericht zu lesen sein, wieviele Fallen und Netze wir eingesammelt haben, wieviele Lockvögel beschlagnahmt und befreit werden konnten, wieviele Wilderer gestellt wurden und ob es Zwischenfälle gab.

16.10.2006, Montag

Heute waren wir mit vier Teams im Einsatz: Zwei - bestehend aus Jagdaufsehern und Komitemitgliedern - haben Jaeger im Val Sabbia und im Voralpenland bei Brescia kontrolliert. Dabei haben sie 2 Netze gefunden und abgebaut, 2 Jagdflinten, 2 Lockvoegel (1 Feldlerche und 1 Buchfink) und 1300 Schuss Schrotmunition wurden beschlagnahmt, 4 Jaeger erhielten Strafanzeigen (wegen Jagd auf geschuetzte Arten - Rotkehlchen und Buchfinken - und wegen unsachgemaesser Lagerung von Waffen und Muntition). 3 weitere Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten wurden erstattet - die erwischten Jaeger hatten keine ordnungsgemaessen Papiere bzw. einige ihrer Lockvoegel waren nicht nicht vorschriftsmaessig beringt.
Die beiden anderen Gruppen des Komitees waren im unteren Val Sabbia sowie im unteren Val Trompia im Einsatz und haben zwei weitere Netze sowie 49 Metall-Schlagfallen gefunden.

15.10.2006, Sonntag

Wochenend-Grosseinsatz in den Bergen Brescias mit insgesamt 43 Vogelschuetzern in 7 Gruppen bei schoenstem Herbstwetter.
Unser Partnerverband LAC hat im unteren Val Sabbia mit 21 ehrenamtichen Helfern und in Begleitung eines Teams des brescianischen Lokalfernsehens 20 Bogenfallen und 14 Netze gefunden. Drei Lockvoegel - 2 Rotkehlchen und eine Singdrossel - wurden befreit.
Drei Teams des Komitees waren im Gebirge zwischen Val Trompia und Val Sabbia im Einsatz und haben mehrere Netz-Standorte fuer die Forstpolizei entdeckt. Die Beamten werden in den naechsten Tagen zu den Stellen gefuehrt, damit sie die Wilderer in flagranti erwischen koennen. Zudem wurden 59 Bogenfallen gefunden und abgebaut.
Die Jagdaufseher waren heute weniger erfolgreich. Sie erwischten nur einen Jaeger, der zu nah an einer Strasse auf der Hasenjagd war - der Spass wird ihn nun etwa 150 Euro kosten!

14.10.2006, Samstag

Mit 26 Vogelschuetzern aus Italien, Deutschland, Gross-Britannien und den USA im Einsatz. Das Komitee und die LAC waren mit vier Teams im Einatz:
Im unteren Val Trompia wurden 58 Eisen-Schlagfallen gefunden, in einer hatte sich ein Siebenschlaefer verfangen, der leider nicht gerettet werden konnte. Im obere Val Sabbia wurde ein Netz gefunden und abgebaut, ebenso 8 Bogenfallen. Ansonsten waren alle ueberprueften Stellen vollkommen verwaist.
Die Jagdaufseher waren recht erfolgreich, sie haben 4 Wilderer ueberfuehrt - zwei wegen des Besitzes von elektronischen Lockvoegeln, zwei wegen Jagd auf geschuetzte Arten (einer hatte eine Blaumeise, der andere ein Rotkehlche geschossen). Einer der beiden Jaeger mit den Lockvoegeln gab an, auf der Fasanenjagd zu sein - sein Lockgeraet war allerdings auf Buchfinkengesang eingestellt. Die Flinten der vier Jaeger wurden beschlagnahmt.
Der Forstpolizei gelang es am fruehen Morgen, einen Wilderer a seinem Netz im mittleren Val Sabbia zu stellen - der Tip kam vom Komitee gegen den Vogemord!

13.10.2006, Freitag

Komitee und LAC haben heute gemeinsam ein kleines Tal im Gebirge zwische Val Trompia und Val Sabbia durchsucht und erneut in einem altbekannten Fanggebiet keine einzige Bogenfalle gefunden, dafür aber 14 Netze - eines davon hatte eine Länge von 42 Metern! Insgesamt 21 Lockvögel wurden freigelassen: 1 Erlenzeisig, 1 Amsel, 3 Bergfinken, 5 Buchfinken und 11 Rotkehlchen. Die in den Netzen gefangenen 10 Vögel - 3 Buchfinken und 7 Rotkehlchen - wurden ebenfalls unverletzt befreit.
Die Jagdaufseher haben im Val Sabbia ebenfals einen Vogelfaenger an seinem Netz in flagranti erwischt - er war von seinem Nachbarn, der wenige Wochen zuvor wegen illegalem Besitzes von Buchfinken angzeigt wurde, denunziert worden. Die drei Lockvoegel (2 Hckenbraunelle und 1 Rotkehlchen), die an dem Netz postiert waren wurden freigelassen.
Am Nordende des Iseosees fiel ein Jaeger auf, weil 11 seiner Lockvoegel gefaelschte Ringe trugen - auch sie wurden allesamt beschlagnahmt, dem Jaeger wurde die Flinte abgenommen und er wurde angezeigt.

12.10.2006, Donnerstag

Das Komitee war heute mit zwei Gruppen im mittleren Val Trompia und hat dort 26 Bogenfallen sowie 5 Metall-Schlagfallen gefunden. Ein kleines Lager mit Bauteilen für rund 20 Bogenfallen wurde ebenfalls ausgehoben.
Unsere Partner von der italienischen LAC waren heute in den Hügeln nördlich von Brescia und haben dort 8 Fangnetze gefunden, die mit 41 Lockvögeln bestückt waren. Alle Tiere konnten umgehend an Ort und Stelle freigelassen werden.
Die Jagdaufseher waren heute im unteren val Sabbia unterwegs und haben in Zusammenarbeit mit Beamten der Carabinieri 7 Jagdwaffen beschlagnahmt und bei einer Hausdurchsuchung bei einem Wilderer 110 tiefgefrorene geschütze Singvögel entdeckt - zumeist diverse Finken sowie Rotkehlchen!

11.10.2006, Mittwoch

Das Komitee war heute mit drei Gruppen, bestehend aus 8 deutschen und 6 italienischen Mitgliedern, im Einsatz.
Im unteren Val Sabbia wurde in einem Gebiet, in dem es Ende der 80er Jahre ständig Zwischenfälle mit aufgebrachten Wilderern gab und in dem im Jahr bis zu 1.500 Bogenfallen eingesammelt werden konnten, lediglich ein Fangnetz gefunden. Ein Rotkehlchen, daß sich verfangen hatte, wurde freigelassen, ein anderes war tot. Eine für ein Netz frisch vorbereitete Stelle mit Lockvogelkäfigen und Vogelfutter wurde zerstört.
Die Jagdaufseher waren im berühmten Weinanbaugebiet "Franciacorta" westlich von Brescia erfolgreicher: Bei der Kontrolle der dort zahlreichen Tarnhüttenjäger konnten sie insgesamt 6 Jäger der Wilderei überführen. Vier hatten illegal Finken und Rotkehlchen geschossen (ihre Flinten wurden beschlagnahmt), einer hatte 20 Bogenfallen aufgestellt, ein anderer 87 Leimruten ausgelegt (eine in dieser Region sehr seltene Fangmethode). Vier Jäger wurden wegen des Besitzes elektronischer Lockanlagen - drei konnten konfisziert werden - und anderer kleinerer Delikte angezeigt. Zudem konnten die Jagdaufseher eine Fuchsfalle sicherstellen - der Fang von Säugetieren ist, anders als in Deutschland, in Italien verboten!
Die Staatliche Forstpolizei hat am frühen Morgen im Hochgebirge zwischen Val Trompia und Val Camonica einen Wilderer aufgrund unserer Hinweise festgenommen - er hatte 17 Metall-Schlagfallen zum Fang von Rotkehlchen ausgelegt.

10.10.2006, Dienstag

Am heutigen jagdfreien Dienstag (in Italien ist die Jagd an allen Dienstagen und Freitagen untersagt) waren 6 Gruppen mit insgesamt 22 Vogelschützern im Einsatz:
Das Komitee hat bei der Fallensuche im oberen und mittleren Val Sabbia am ganzen Tag bei der Kontrolle von mehr als einem Dutzend Fangstellen sage und schreibe 3 Bogenfallen gefunden, ansonsten war alles verwaist. Im Hügelland nahe Brescia konnten zwei Netze ausgemacht werden, die beiden darin gefangenen Vögel - ein Rotkehlchen und eine Mönchsgrasmücke - wurden sofort freigelassen, insgesamt 6 Lockvögel wurden beschlagnahmt.
Eine Gruppe der italienischen LAC hat im Hochgebirge des oberen Val Trompias 51 Bogenfallen gefunden, hier standen noch Ende der 90er Jahre bis zu 2000 Fallen auf!
Die Jagdaufseher haben nahe des Iseosees und im oberen Val Camonica insgesamt 5 Netze abgebaut, ein Wilderer, der in den letzten Jahren mehrfach entkommen konnte, wurde in flagranti bei der Kontrolle seiner insgesamt 54 Bogenfallen erwischt.

09.10.2006, Montag

Das Komitee war heute mit drei Gruppen im Einsatz. Die beiden Teams im mittleren Val Trompia haben in Gebieten, aus denen in den letzten 20 Jahren Tausende Fallen geholt wurden, kein einziges Fanggerät gefunden - beinahe sieht es so aus, als hätten die Vogelfänger ihr Hobby an den Nagel gehängt.
Ein Team, daß aufgrund eines Hinweises eines Komitee-Spenders am Westufer des Gardasees eine Stelle kontrolliert hat, hat rund 35 Bogenfallen und zwei Netze mit insgesamt 5 Lockvögeln gefunden.
Die Jagdaufseher haben heute Strafanzeigen gegen drei Jäger gemacht - alle hatten auf geschützte Vögel geschossen. Einer der überführten Wilderer bedrohte die Jagdaufseher mit seiner Jagdflinte und verletzte einen der Vogelschützer am Rücken, so daß er im Krankenhaus ambulant behandelt werden mußte. Der Jäger konnte nur mit Waffengewalt überwältigt werden. Er hatte ein Rotkehlchen geschossen - nun wird er wegen Wilderei, Nötigung und Widerstand gegen die Staatsgwalt angezeigt, sein Jagdschein und seine Flinte wurden an Ort und Stelle eingezogen!!!

08.10.2006, Sonntag

Großeinsatz mit 31 Natur- und Tierfreunden in den Bergen Brescias: Im unteren Val Sabbia nahe des Gardasees haben zwei Teams des Komitees insgesamt 36 Bogenfallen und drei für Netze vorbereitete Fangstellen gefunden. Wie auch in den letzten Tagen fehlten die Netze, weil die begehrtesten Vögel - die Sing- und Rotdrosseln - wegen der milden Witterung noch nicht in Italien eingetroffen sind.
Ein über 30 Meter langes Netz wurde gefunden, das scheinbar seit Herbst 2005 aufstand. Es hatten sich zwar keine Vögel verfangen, im Lockvogelkäfig fand sich aber ein mumifiziertes Rotkehlchen. Der Vogelfänger hat entweder wegen unserer andauernden Kontrollen Angst bekommen und traute sich nicht mehr zu seinem Netz zurück, wurde im letzten Jahr verhaftet und hat deshalb den Vogelfang aufgegeben oder ist schlicht verstorben.
Eine weitere Gruppe - die unseres Partnerverbandes LAC - hat bei ihrem Einsatz im mittleren Val Camonica 98 Bogenfallen gefunden und abgebaut.
Der Tag der WWF-Jagdaufseher war weniger ereignisreich - sie haben in den Hügeln nördlich von Brescia drei Jäger bei Ordnungswidrigkeiten erwischt und angezeigt.

07.10.2006, Samstag

Erster Tag des Vogelschutzcamps mit vielen Teilnehmern - 17 italienische, deutsche und britische Vogelschützer waren heute in Brescia im Einsatz.
Das Team des Komitees hat im mittleren Val Camonica fast nur verwaiste Fallenstandorte gefunden, nur 20 Bogenfallen wurden ausgemacht und abgebaut. Im unteren Val Camonica nahe des Iseosees fanden sich drei für Netze vorbereitete Fangstellen, die in den nächsten Tagen von uns erneut kontrolliert werden.
Die Jagdaufseher waren heute mit vier Teams im Gelände. Fünf Jäger wurden der Wilderei überführt, allesamt hatten geschützte Vogelarten geschossen, vor allem Buchfinken und Rotkehlchen. Einer der Jäger hatte überhaupt keinen Jagdschein, seine Flinte wurde beschlagnahmt, ein anderer hatte sage und schreibe 60 geschützte Singvögel geschossen. Die Jagdaufseher entdeckten bei ihm zudem ein gewildertes Reh - sein Jagdschein und seine Waffe wurden an Ort und Stelle eingezogen. Insgesamt 32 lebende Lockvögel wurden beschlagnahmt.

06.10.2006, Freitag

Heute ist der letzte Tag des Camps mit kleiner Besetzung - ab morgen sind täglich zwischen 15 und 35 Vogelschützer in den Bergen Brescias im Einsatz.
Ein Team unseres Partnerverbandes LAC hat heute im mittleren Val Trompia einen Fallenpfad mit 32 Bogenfallen gefunden, mehrere Stellen waren für den Aufbau von Netzen vorbereitet - die Netze selber fehlten.

04.10.2006, Mittwoch

Die Sondereinheit zur Wildereibekämpfung der Staatlichen Forstpolizei konnte heute Vormittag aufgrund eines Hinweises unseres Partnerverbandes LAC im oberen Val Sabbia einen Vogelfänger an seinem Fangnetz dingfest machen. Der Mann wurde vorläufig festgenommen, zwei als Lockvögel dienende Heckenbraunellen konnten sofort freigelassen werden.

02.10.2006, Montag

Heute haben die Jagdaufseher im Alpenvorland Jäger kontrolliert. In der Ebene westlich von Brescia wurden 5 Jäger wegen diverser Ordnungswidrigkeiten (unvollständige Paiere, Jagd in der Nähe von Straßen etc.) angezeigt, zwei Wilderer wurden bei der Jagd auf geschützte Vögel (Rotkehlchen und Sperlinge) erwischt.
Im Hügelland östlich des Iseosees hat eine Patrouille sechs Netze gefunden, in denen sich wegen des immer noch sehr schwachen Vogelzugs zum Glück keine Tiere verfangen hatten.

01.10.2006, Sonntag

Der erste Einsatztag des Jagdaufsehercamps begann mit Regen, nur wenige Jäger waren auf der Pirsch. In den Hügeln nördlich der Provinzhauptstadt Brescia hat ein Team bei einer Tarnhütte sechs illegale Lockvögel beschlagnahmt. Die drei Buchfinken und drei Erlenzeisige hatten keine Ringe, waren also illegal gefangen worden. Der Jäger wurde angezeigt.
Unsere Partner von der LAC waren mit zwei Teams im Einsatz: Eine Gruppe fand in einem Garten in der Nähe des Iseosees (Val Camonica) 8 Eisen-Schlagfallen, die anderen entdeckten im unteren Val Sabbia drei Netze und im mittleren Val Sabbia ein weiteres. Zwei Heckenbraunellen, die sich in den hauchdünnen Netzen verfangen hatten, konnten unversehrt freigelassen werden.

30.09.2006, Samstag

Am heutigen Samstag hat der insgesamt fünfwöchige Einsatz der WWF-Jagdaufseher im norditalienischen Brescia begonnen. Bis Anfang November werden rund 50 ehranamtliche Mitglieder des WWF Italien, die die Prüfung zum staatlich anerkannten Jagdaufseher abgelegt haben, Jäger kontrollieren und Wilderern an ihren Fallenpfaden und Netzstandorten auflauern.
Heute hat es noch keinen Einsatz gegeben, die Teilnehmer sind den Tag über aus ganz Italien angereist, haben die vom Komitee gegen den Vogelmord finanzierte Unterkunft bezogen und mit den Planungen für die nächsten Tage begonnen.
Ein kleines Team unseres Partnerverbandes LAC hat heute morgen im mittleren Val Camonica bei Sale Marasino die ersten 35 Bogenfallen - die sog. "Archetti" - gefunden, die ersten der Saison!

24.09.2006, Sonntag

Eine Gruppe unseres Partnerverbandes LAC hat im oberen Val Camonica mehrere frisch vorbereitete Stellen für Netze gefunden. Die hauchdünnen Fanggeräte selbst waren nicht aufgestellt, weil der Vogelzug noch zu verhalten ist - die Stellen werden Anfang Oktober wieder kontrolliert.

23.09.2006, Samstag

Bei bestem Wetter sind die ersten offiziell jagdbaren Kleinvögel - vor allem Singdrosseln - in den Südalpen eingetroffen, entsprechend viele Jäger waren unterwegs. Zwei Teams italienischer Jagdaufseher haben den ganzen Tag über erfolgreich kontrolliert.
Gegen 3 Wilderer wurde Strafantrag bei Gericht gestellt: Einer hatte Rotkehlchen, Trauerschnäpper, Hausrotschwänze und Gartengrasmücken geschossen, ein anderer Blau- und Kohlmeisen. Der Dritte besaß 12 illegale Lockvögel: Je ein Exemplar von Heckenbraunelle, Haussperling, Amsel, Buchfink, Grünfink und Stieglitz sowie 4 Singdrosseln und 2 Erlenzeisige.
Vier weitere Jäger wurden wegen Ordnungswidrigkeiten angezeigt, u.A. wegen Jagd nahe der Wohnbebauung und wegen nicht ordnungsgemäßer Papiere.

21.09.2006, Donerstag

Trotz guten Wetters waren nur wenige Jäger in den Bergen nördlich von Brescia auf der Pirsch - der Vogelzug ist wegen des Altweibersommers in Mitteleuropa aber auch kaum spürbar.
Ein Team unserer WWF-Jafgdaufseher hat bei der Kontrolle im Hügelland nahe des Iseosees eine Tarnhütte gefunden, auf der neben den erlaubten Lockvögeln (Sing-, Wacholder- und Rotdrosseln sowie Amseln) ein elektronisches Tonbandgerät mit Amselgesängen Verwendung fand. Solche Geräte sind verboten - sie sind deutlich lauter als lebende Vögel und locken damit weitaus mehr Tiere an. Das Gerät wurde beschlagnahmt, der Jäger angezeigt.

17.09.2006, Sonntag

Am heutigen 3. Sonntag im September wurde italienweit die Jagd eröffnet - nun dürfen die 710.000 Jäger wieder bis Ende Januar auf die Pirsch gehen.

Mit der Jagderöffnung beginnt auch die "Saison" für die Wilderei - nicht nur, weil auch die Wilderer den nun einsetzenden Vogelzug für sich nutzen wollen, sondern weil ein erheblicher Teil der lizenzierten Jäger gleichzeitig illegal Fallen und Netze aufstellt.

Mit dem heutigen Tage begannen auch die Herbstaktionen des Komitees gegen den Vogelmord und seiner italienischen Partner in den Bergen der Provinz Brescia - dem Brennpunkt der Wilderei in Europa.
Mitglieder der Lega Abolizione Caccia (LAC) haben im Val Trompia 4 illegal aufgestellte Fangnetze gefunden und abgebaut. Auch die Jagdaufseher des italienischen WWFs hatten ihren ersten Einsatz: In den Hügeln nahe der Provinzhauptstadt Brescia haben sie bei der Kontrolle am ersten Jagdtag insgesamt 8 Jäger erwischt, die sich nicht an die gesetzlichen Regelungen zur Jagd gehalten hatten. Vier Strafanzeigen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und den Abschuß von Hausrotschwänzen, Feld- und Italiensperlingen wurden erstattet, vier Jäger bekamen wegen Ordnungswidrigkeiten (u.A. Jagd nahe der Wohnbebauung) einen Strafzettel ausgestellt.

weitere Informationen unter: www.komitee.de

Informationen zum Vogelschutzcamp in Italienischer Sprache sind unter www.tutelafauna.it zu finden

17.10.2006 13:32:46



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