Artenschutzbrief Nr. 11.


Artenschutzbrief Nr. 10.


Artenschutzbrief Nr. 9.


Artenschutzbrief Nr. 8.

Artenschutzbrief Nr. 7.

Artenschutzbrief Nr. 6.

Artenschutzbrief Nr. 5.

Artenschutzbrief Nr. 4.

Artenschutzbrief Nr. 3.

Artenschutzbrief Nr. 2.

Artenschutzbrief Nr. 1.

Online Protest: Vogeljagd mit Steinquetschfallen in Frankreich (28.9.2006 - Artenschutz -)

In Frankreich dürfen seit November 2005 wieder Tausende Singvögel unter Steinplatten gefangen, zerquetscht und anschließend verspeist werden. Die dafür auf den Kalkplateaus östlich von Avignon aufgebauten Fanganlagen zählen zum Brutalsten, was das Arsenal der Zugvogeljäger hergibt: Eine Falle besteht aus einer kiloschweren Kalksteinplatte, die mit einer Konstruktion aus kleinen Stöckchen aufgestellt und mit frischen Wacholderbeeren beködert wird. Vögel, die die Beeren fressen wollen, berühren die Stöckchen und werden unter der herabfallenden Platte begraben oder in einem kleinen Zwischenraum gefangen.

Fangsaison von November bis Januar

Opfer dieser im wahren Sinne des Wortes steinzeitlichen Jagdmethode sind vor allem Drosseln, Rotkehlchen, Pieper und Finken. Da viele dieser Arten durch die EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt sind, war die Verwendung der wahllos tötenden Quetschfallen (frz.: tendelles) bisher überall streng verboten. Ohne Not hat die französische Umweltministerin Nelly Olin im November 2005 ein Gesetz unterschrieben, das dieses brutale Hobby in den Départements Lozère und Aveyron wieder erlaubt. In 32 Gemeinden zwischen Zentralmassiv und Tarnschlucht dürfen nun von Anfang November bis Ende Januar wieder tendelles aufgestellt werden. Die Ministerin begründet die Freigabe mit der Entwicklung eines neuen Fallen-Modells, mit der Vögel angeblich „lebend unter dem Stein gefangen, aber nicht getötet“ werden können.

Komitee vor Ort

Innerhalb weniger Tage gelang es einem Komitee-Team, vor Ort mehrere Dutzend Fangstellen mit rund 2.000 Steinfallen ausfindig zu machen und zu dokumentieren. Selbst am Rande des Cevennen-Nationalparks konnten aktive Fallen nachgewiesen werden. Bei Kontrollen in der Nähe der Städte Millau und Florac wurden zahlreiche Sing-, Mistel- und Wacholderdrosseln, drei Rotkehlchen, ein Wiesenpieper und ein Buchfink aus den Fallen geborgen. Rechnet man vom abgesuchten Gebietsausschnitt auf die Gesamtfläche der Kalkplateaus hoch, ergibt das zwischen 75.000 und 125.000 aktive Quetschfallen, in denen pro Saison ungezählte Zugvögel qualvoll verenden. Viele Opfer werden beim Fang nicht sofort getötet, sondern verbluten, ersticken, verdursten oder sterben am Streß der Gefangennahme. Tieren, die mit viel Glück in einen kleinen Hohlraum flüchten können, wird später vom Jäger das Genick gebrochen. Fazit der Komitee-Recherche: Das, was die Jäger der französischen Umweltministerin als „selektiv“, „tierschutzgerecht“ und „traditionell“ verkauft haben, ist in Wahrheit eine durch und durch tierquälerische und naturfeindliche Barbarei.

Online-Protestaktion: Machen Sie mit!

Das Komitee gegen den Vogelmord hat bereits im Februar 2006 bei der EU gegen die tierquälerische Jagd protestiert. Im Rahmen einer Umweltbeschwerde wurde die Kommission aufgefordert, von der Pariser Regierung umgehend ein Verbot der tendelles zu verlangen. Parallel dazu hat das Komitee im September 2006 eine Protestaktion an Frankreichs Umweltministerin Nelly Olin gestartet. Helfen Sie mit! Sie können online eine vorgefertigte Protestmail nach Paris schicken oder beim Komitee gegen den Vogelmord (Email: info@komitee.de) eine vorgefertigte Protestpostkarte bestellen).

Zur Online-Protestaktion geht es HIER

Das Gesetz, das die tendelles in Frankreich wieder erlaubt, können Sie HIER online nachlesen (nur französisch).


4.10.2006 11:47:38



Optionen zu diesen Artikel:


159523 Besucher seit 20.04.2004.

Nach oben.