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Fehmarnbelt-Querung: Große Protestaktion im Internet (22.9.2006 - Naturschutz - )

Während an diesem Freitag auf Einladung von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Austermann verschiedene Firmengruppen und Konsortien in der Bundeshauptstadt zu einem Investorengespräch über die Finanzierbarkeit der Riesenbrücke zusammengekommen sind, startet der NABU Schleswig-Holstein ein sog. Nicht-Interessenbekundungsverfahren“. Kernstück der europaweit angelegten Kampagne ist eine Internet-gestützte Aktion (www.Nein-zur-Beltquerung.de), bei der Interessierte gegenüber den Regierungen Deutschlands und Dänemarks gegen das ökologisch, aber auch ökonomisch nach wie vor heftig umstrittene Projekt protestieren und (in mehreren europäischen Sprachen) erklären können, dass sie selbst im Falle einer Realisierung weiterhin die Fähren benutzen werden.

Bereits vor wenigen Tagen hatte sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Grund der bisher nicht geklärten Finanzierung der 5,2 Milliarden Euro teuren Beltquerung Abstand von diesem Projekt genommen.

Für den NABU und weitere Naturschutzverbände ist die feste Beltquerung aus einer ganzen Reihe von Gründen abzulehnen:

* Die Brücke würde als riesige Barriere einen der bedeutendsten Vogelzugwege Europas beeinträchtigen. Tausende Zugvögel werden jährlich einer Kollision zum Opfer fallen.
* Das Bauwerk wird die Lebensräume gefährdeter Meeressäuger wie Schweinswal und Seehund zerstören.
* Infolge veränderter Strömungsverhältnisse ist mit negativen Auswirkungen auf die gesamte Meeresfauna und –flora zu rechnen.
* Erfahrungen mit Brücken- und Tunnelbauprojekten in Deutschland und Europa wie dem Warnow-Tunnel bei Rostock, dem Wakenitz-Tunnel bei Lübeck sowie dem Euro-Tunnel zwischen Frankreich und Großbritannien belegen, dass eine Refinanzierung der Investitionskosten in Höhe von 5,2 Mrd. € über Mautgebühren in absehbarer Zeit nicht möglich ist. Die öffentlichen Haushalte werden durch staatliche Bürgschaften jedoch erheblich belastet.
* Aufgrund extremer Windverhältnisse, die schon heute häufig zur Sperrung der deutlich kleineren Fehmarnsundbrücke führen, wird das Brückenbauwerk während eines nicht unerheblichen Teil des Jahres für LKW nicht nutzbar sein.
* Landschaftsbild und Naturerleben werden durch Bauarbeiten und zusätzliches Verkehrsaufkommen stark beeinträchtigt. Für den Tourismus auf der Insel ist mit verheerenden Folgen zu rechnen.

Weitere Informationen im Internet unter www.Nein-zur-Beltquerung.de.

29.9.2006 14:38:41



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