Brescia. In den Bergen der norditalienischen Provinz Brescia (Lombardei) haben die vom Komitee gegen den Vogelmord finanziell unterstützten Jagdaufseher des WWF Italia am 20. Juli 2006 insgesamt mehr als 200 Singvögel beschlagnahmt. Vormittags hatten die ehrenamtlichen italienischen Naturfreunde westlich des Idosees im oberen Val Sabbia nach einem Hinweis aus der Bevölkerung bei einem Wilderer ein Fangnetz gefunden, in dem einige Erlenzeisige und Tannenmeisen hingen. Die Vögel waren wegen der auch in Italien heftigen Hitzewelle bereits gestorben!
Der große Schlag gelang den Jagdaufsehern aber am Nachmittag im unteren
Val Sabbia nahe der Provinzhauptstadt Brescia: In der Tiefkulttruhe
eines angezeigten Wilderers fanden sie 167 tiefgefrorene Singvögel,
darunter Kleiber, Schwanzmeisen, Rotkehlchen und verschiedene
Schnäpper. Zudem förderten sie aus einem Versteck 28 illegale
Fangnetze, eine Käfigfalle für Vögel und sechs Fallen für Säugetiere zu
Tage. 29 frisch gefangene Lockvögel - vor allem Buchfinken und
Stieglitze - konnten umgehend freigelassen werden.
Jetzt im Spätsommer - kaum sechs Wochen vor Beginn der Jagdsaison -
beginnt die Nachfrage für Lockvögel wieder zu steigen. Die Tiere werden
in winzige Käfige gesperrt und locken mit ihrem Gesang ihre Artgenossen
vor die Flinten der Jäger. Seit das Komitee den legalen Fang von
Lockvögeln vor Gericht
immer wieder zu Fall bringen konnte, blüht in Norditalien der illegale
Vogelfang und der Schwarzmarkt für die kleinen Sänger.
29.9.2006 14:44:42
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