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Wilderernest ausgehoben - 200 Singvögel beschlagnahmt (21.07.2006 - Vogelschutz - )

Brescia. In den Bergen der norditalienischen Provinz Brescia (Lombardei) haben die vom Komitee gegen den Vogelmord finanziell unterstützten Jagdaufseher des WWF Italia am 20. Juli 2006 insgesamt mehr als 200 Singvögel beschlagnahmt. Vormittags hatten die ehrenamtlichen italienischen Naturfreunde westlich des Idosees im oberen Val Sabbia nach einem Hinweis aus der Bevölkerung bei einem Wilderer ein Fangnetz gefunden, in dem einige Erlenzeisige und Tannenmeisen hingen. Die Vögel waren wegen der auch in Italien heftigen Hitzewelle bereits gestorben!

Der große Schlag gelang den Jagdaufsehern aber am Nachmittag im unteren Val Sabbia nahe der Provinzhauptstadt Brescia: In der Tiefkulttruhe eines angezeigten Wilderers fanden sie 167 tiefgefrorene Singvögel, darunter Kleiber, Schwanzmeisen, Rotkehlchen und verschiedene Schnäpper. Zudem förderten sie aus einem Versteck 28 illegale Fangnetze, eine Käfigfalle für Vögel und sechs Fallen für Säugetiere zu Tage. 29 frisch gefangene Lockvögel - vor allem Buchfinken und Stieglitze - konnten umgehend freigelassen werden.

Jetzt im Spätsommer - kaum sechs Wochen vor Beginn der Jagdsaison - beginnt die Nachfrage für Lockvögel wieder zu steigen. Die Tiere werden in winzige Käfige gesperrt und locken mit ihrem Gesang ihre Artgenossen vor die Flinten der Jäger. Seit das Komitee den legalen Fang von Lockvögeln vor Gericht immer wieder zu Fall bringen konnte, blüht in Norditalien der illegale Vogelfang und der Schwarzmarkt für die kleinen Sänger.

 

29.9.2006 14:44:42



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