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Kommentar: Bruno der Bär, ein Märtyrer? (27.6.2006 - Artenschutz)

Obwohl sich das Komitee gegen den Vogelmord in erster Linie dem Schutz von Vögeln verschrieben hat, verurteilt unser Verband den Abschuss von Bruno auf das Schärfste. Alternativmaßnahmen wie z.B. Vergrämung, Fang oder sendergestützte Überwachung wurden nach Ansicht des Komitees nur halbherzig verfolgt. Der nun stattfindende, unwürdige Streit um den Standort des ausgestopften Bärenkadavers ist ein peinliches Possenspiel, das zeigt, welchen Stellenwert der Tier- und Artenschutz in Deutschland hat.

Die Bemühungen italienischer Naturschützer für den Erhalt des Braunbären in den Alpen wurden mit Füßen getreten und die von Ihnen gemachten Erfahrungen arrogant ignoriert. Anbei ein Zitat von Piero Genovesi vom nationalen Wildtierinstitut aus Bologna: “Wenn wir im Trentin jeden Bären abschießen würden, der in der Nähe von Siedlungen gesehen wird, würde die Population ganz schnell verschwinden”.

Bruno war ein Medienstar, ein Held und in weitem Sinne vielleicht auch eine Art Märtyrer für den Artenschutz. Sein Tod darf nicht umsonst gewesen sein. Die nun einsetzende, breite Welle des Protests und der Anteilnahme sollte dazu genutzt werden, tier- und artenschutzgerechte Konzepte für zukünftige Bärenbesuche in Deutschland zu entwickeln.

Axel Hirschfeld
Komitee gegen den Vogelmord e.V.
Aktionsgemeinschaft für Tier- und Artenschutz
Bundesgeschäftsstelle
Auf dem Dransdorfer Berg 98, 53121 Bonn, Germany

Tel.: +49 228 66 55 21
Fax : +49 228 66 52 80
Email: komitee@komitee.de

29.9.2006 14:46:57



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