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Schelladler: Wilderei im Winterquartier? (07.04.2006 - Vogelschutz - )

Bonn. Nach Informationen des Komitees gegen den Vogelmord verdichten sich zur Zeit Hinweise auf den illegalen Fang von überwinternden Schelladlern (Aquila clanga) am Persischen Golf. Wie das Komitee erfahren hat, wurden in den Jahren 2000 und 2001 durch einen belgischen Greifvogelhändler insgesamt 10 angeblich nachgezüchtete Schelladler aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nach Belgien exportiert. Als „Zuchtstation“ wird in den Exportpapieren ein Falkenhof des Scheichs Abdul Aziz al-Qasimi, dem Gouverneur von Sharjah und Mitglied des Königshauses, genannt. So weit so gut. Bei der Erteilung der Einfuhrgenehmigungen haben die belgischen Behörden jedoch etwas Entscheidendes übersehen: Schelladler wurden bis dato weltweit noch nie nachgezüchtet.

Anstatt eines Zuchterfolges, so vermutet das Komitee, handelt es sich bei den Adlern um illegale Wildfänge, die in ihrem Winterquartier in der Golfregion erbeutet wurden. Anschließend, so belegen dem Komitee vorliegende Dokumente, wurden die Tiere in den VAE mit Papieren für nachgezüchtete Exemplare versehen und nach Belgien verkauft. Von dort aus fanden einige der Tiere offenbar auch den Weg auf den deutschen Markt: Erst vor wenigen Wochen wurde ein angeblich nachgezüchtetes Tier hier zum Verkauf angeboten. Das Komitee vermutet, daß es sich bei den nach Belgien gelieferten Greifvögeln lediglich um die Spitze eines Eisberges handelt und weiterhin Schelladler in der Golfregion gefangen werden. Sämtliche zu dem Fall vorliegenden Informationen wurden mittlerweile von den Vogelschützern zur Prüfung an das internationale CITES-Sekretariat in Genf übergeben.

Schelladler gehören zu den global bedrohten Arten, weltweit brüten noch rund 3000 Paare. Als Zugvogel verlassen sie Ende August ihre europäischen Brutgebiete, um im östlichen Mittelmeerraum und im Mittleren Osten zu überwintern.

Hinweis:

Weitere Informationen über den illegalen Handel mit Greifvögeln in der Golfregion können auf den Internetseiten der amerikanischen Union for the conservation of raptors (U.C.R.) abgerufen werden.
-----> Hier geht es zur Homepage der U.C.R. (www.savethefalcons.org)

29.9.2006 14:54:51



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