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Drei Steinadler in den Südalpen gewildert (20.11.2005)

Bonn/Mailand. Weil er mit einer Netzfanganlage illegal geschützte Singvögel gefangen hatte, wurde am Samstag in den Südalpen ein Wilderer von Jagdaufsehern gestellt und verhaftet. Mitglieder des Bonner Komitees gegen den Vogelmord hatten zuvor den Fangplatz des Wilderers entdeckt und die Polizei alarmiert. Bei der anschließenden Durchsuchung seines Hauses im italienischen Sabbio Chiese entdeckten Beamte der Carbinieri weiteres Fanggerät, mehr als 50 lebende Lockvögel sowie eine Gefriertruhe, die randvoll mit geschützten Vogelarten war.

Darin fanden Experten unter einer Schicht von mehr als 100 geschützten Singvögeln wie Rotkehlchen, Seidenschwänzen, Piepern und Stelzen rund 120 Kilo gewildertes Wildpret sowie drei frisch geschossene Steinadler. "Da lag eine gefrorene Seltenheit neben der anderen. Ein ungeheurer Schaden für die Natur", berichtet Komitee-Experte Alexander Heyd, der die Aktion vor Ort begleitete.

Am 19.11.05 in Sabbio Chiese beschlagnahmte Steinadler
Die am 19.November 2005 von der Polizei in Sabbio
Chiese (Norditalien) beschlagnahmten Steinadler
(C) Foto: F.Bamberghi

Steinadler sind im gesamten Alpenraum streng geschützt und wurden zur Zeit der Jahrhundertwende durch Wilderei und Jagd fast ausgerottet. "Der Fall in Sabbio Chiese zeigt, dass diese Zeiten offenbar noch nicht vorbei sind", so Heyd. Polizei und Komitee gehen davon aus, dass die Tiere in der Nähe ihrer Nester abgeschossen wurden, um sie anschließend ausgestopft an Trophäensammler zu verkaufen. Nach Angaben des Komitees brüten in Italien mittlerweile wieder rund 350 Steinadlerpaare, der Schwarzmarktpreis für ein totes Exemplar liegt bei ca. 5000 Euro. Die beschlagnahmten Singvögel gelten in Italien als Spezialität und wurden wahrscheinlich für den Verkauf in Restaurants und Metzgereien gefangen, so die Naturschützer.

Gegen den Wilderer wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

V.i.S.d.P.: Komitee g.d. Vogelmord e.V., Axel Hirschfeld
Weitere Informationen und Bildmaterial: Tel: 0228 / 665521 oder Email
an: presse@komitee.de

 

23.11.2005 10:49:47



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