Villeneuve-les-Avignon/Bonn. Am Wochenende wird im französischen Zentralmassiv wieder die Singvogeljagd mit Steinquetschfallen eröffnet. Eine Falle besteht aus einer kiloschweren Kalksteinplatte, die mit einer Konstruktion aus kleinen Ästen aufgestellt und mit Beeren beködert wird. Vögel, die davon fressen wollen, berühren die Stöckchen und werden unter der herabfallenden Platte begraben. Opfer dieser steinzeitlichen Jagdmethode sind vor allem Drosseln und Buchfinken, aber auch gefährdete Arten wie Wiesenpieper, Feldlerchen und Blaumerlen werden erbeutet. Nach Schätzungen des Bonner Komitees gegen den Vogelmord werden in den Départements Lozère und Aveyron bis zu 120.000 Quetschfallen aufgestellt, in denen ungezählte Tiere verenden.